2009

Oxymoron Design — Ego

Was wäre wenn du gemütlich an der Bar sitzt, den Drink fest im Griff, und deine Beine hie und da den Rhythmus der Musik aufnehmen? Was wäre, wenn dein Traumfahrrad, ge­nau so, wie du es dir immer gewünscht hast, als stiller Diener in deinem Wohn­zimmer steht?
EGO lehnt sich ans erste, persönliche Fahrrad an, mit welchem so viele Erinnerungen verknüpft sind und holt es in den Wohnbereich. Da es anstelle der Räder mit drei Beinen ausgestattet ist, wird es zum idealen Barhocker. Beim sit­zen finden die Füsse bequemen Halt auf den Pedalen, welche nach Lust und Laune betätigt werden können. Die Sitzhöhe ist individuell verstellbar und die Beinaktivi­tät regt den Kreislauf an und trainiert das Gleichgewicht. Wer sich nicht als Akrobat betätigen möchte, kann sich von EGO, dem Requisit jugendlichen Übermutes, zu Tag-Träumereien verführen lassen.

Oxymoron Design — Prey

Funktional ist Prey von einem Trainingsgerät der US-Army inspiriert, welches als „Slingtrainer“ bezeichnet wird. Die langen Lederschlingen sind von 150 cm bis 250 cm höhenverstellbar und ermöglichen diverse Kraftübungen. Sie können dank eines Karabiners problemlos ausgehängt werden.
Was übrigbleibt, ist der Kern von PREY, der sich wie eine Trophäe an der Wand oder über dem Türrahmen montieren lässt, ohne die Assoziationen von handelsüblichen Klimmzugstangen oder gar Handtuchhaltern zu wecken. Nicht nur die unübliche Formgebung, auch die Materialwahl geben PREY einen unverwechselbaren Charakter, der das Objekt zu einer optischen Ergänzung für den Wohnbereich macht. Das narbige Rindsleder mit der zurückhaltenden Prägung umschmeichelt die Hand und entwickelt mit Alter und Gebrauch zunehmend an Ästhetik. Ganz im Gegensatz zum gezielten Einsatz von strahlendem Lack, Stahl und Gummi, der von Beständigkeit und Kraft zeugt.

Oxymoron Design — Verve

Rollerdisco für Freizeitsportler oder Halfpipe für Stubenhocker.

Die Bahn ist frei! Also nutze die Gelegenheit, schnall die Rollschuhe um und tob dich aus, solange die Nostalgie dich antreibt. Nur wenn du fleissig übst, wirst du einst brillieren und von allen Zuschauern Bewunderung ernten. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, denn „Übung macht den Meister“. Erschöpft aber glücklich betrachtest du die glänzende Fläche mit dem frechen Schwung, legst deine Hände um den Ledernen Griff bis ihr beide auf gleicher Augenhöhe seid. Die kleinsten Details bleiben vorerst unbemerkt. Umso höher schlägt das Herz, wenn sich Verborgenes, wie ein gefundener Schatz dem Suchenden preisgibt. Fragt sich nur, ob Superman oder Batman schneller ist?

Duftmassaker

Die Parfümindustrie in den Fängen der Kommerzialisierung

„…Im Supermarkt gipfelt das nachweihnachtliche Duftmassaker in einer rot-weissen Exekution von ausgewählten Parfüms. Jedem Designer, jedem Werbefachmann, jedem Individuum mit Sinn für Ästhetik muss es das Herz zerreissen, die Parfümschachteln, wild gemischt in einem Meer aus rot-weissen Etiquetten ertrinken zu sehen. Sale überall Sale, 50% oder 20% und dann nochmals 20% darauf und noch ein ganz kleines Sale darunter. Die Verpackungen sind bis zur Unkenntlichkeit mit Rabattschildern zugeklebt. Wem dies nicht genügt um sich von einem eindeutigen Schnäppchen begeistern zu lassen, dem weisen die vielen roten Aktionsschilder rund um die eingepferchten Parfüms den Weg.

Doch das Konzept geht auf. Ein Parfüm nach dem anderen findet seinen Weg übers Beförderungsband via Kasse in die Einkaufstüte. Wo ist das versprochene Erlebnis geblieben? Welchen Reiz hat das Produkt auf den Konsumenten, wenn man es seiner Ästhetik beraubt? An diesem Punkt schwindet der Zauber um den Duft. Die Seifenblase ist geplatzt und damit fast alle Werte mit welchen das Luxusgut um seine Kundschaft wirbt. Das gesparte Geld scheint den Selbstbetrug für den Konsumenten zu legitimieren. Mit einem Lächeln platziert er die neue Errungenschaft auf dem Spiegelschrank im Bad, stets mit dem befriedigenden Gedanken immerhin ein Stück fein duftender Markenidentität zu einem Schnäppchenpreis erworben zu haben.“

Ganze Arbeit als PDF: Duftmassaker_2009